die seeluft.
das stadion darüber die möwe die hoffnungsvoll kreischt.
stellenweise kein geiles spiel, aber geil das 3:0.
und doch, die ultras am anderen ende des stadions, deren halbstundenlanges erstarren in den immergleichen zwei zeilen schon zeichen genug sein sollte für deren geistiges zombietum, die ignoranz an anderen ecken im rund, die es möglich macht, die widerwärtigste ausgeburt dessen durch das stadion schwappen zu lassen, eine mischung aus dem, was an orten im netz, an dem sich anhänger einer der "hassgegner" tummeln, treffend als negativsupport bezeichnet wird, homophobie und mathekenntnissen, die nicht mal eines kindergartenkindes würdig sind.
ja sicher, es ist in rostock nicht mehr so wie in den neunzigern, wo kaum einer sich ernsthaft dran störte, wenn dorfglatzen "deutsche, wehrt euch"-gröhlend die sitze der straßenbahn in richtung hauptbahnhof ramponierten, an dessen rückseite die busse ins umland abfuhren (haben halt verloren, sind halt besoffen...). aber das "schwule lausitzer", wahlweise auch "schwule hamburger", das bleibt trotzdem ein riesenhaufen scheiße. einer der weh tut. nicht nur, aber auch, weil er sich nicht auf idioten in der süd beschränkt.
meine lieblingsleserin meinte, es wird zeit, dass mal liebe gefeiert wird. obwohl sie mit ndw/80er eher wenig anfangen kann, so verweisen die bahnen meiner gedanken dennoch auf folgendes:
die fotografin renate von mangoldt hielt westberliner s-bahn-stationen in einer zeit auf bildern fest, da dort noch weniger los war als in den wintertagen unserer jahre, bedingt durch die teilung der stadt und den umstand, dass sie bis 1984 unter der obhut der ost-deutschen reichsbahn stand (siehe dazu wikipedia).
ihre s-bahn-bilder werden noch bis zum 25. januar in der kunststiftung poll ausgestellt.
kassel-wilhelmshöhe, monstrum aus beton, jedoch mit großzügig bemessenem gelben viereck für freunde und gefangene des tabakkonsums auf dem bahnsteig.
jedoch: die meisten rauchenden stehen außerhalb, nicht etwa irgendwo, sondern brav entlang der linie. sich aber auch nicht hineinwagend, als würden sie außerhalb rauchend ja keine wirklichen raucher sein, nur mal schnell eine für den vorweihnachtlichen stress der jahresendspurt im büro die einkäufe die bahnfahrt und -ach- nachher auch noch familie, nicht wirklich einer von denen, die sich haben herunterziehen lassen des genusses wegen.
ich stehe im viereck und genieße kaffee und zigarette.