da wir eben bei "the prisoner" waren: das erste mal, als ich eine folge dieser serie sah, musste ich an iron maiden denken. schon jahre nicht mehr gehört, erinnerte ich mich an das intro ihres liedes "the prisoner". das borgte die band sich dort.
ich höre gerade das entsprechende album, aus den tiefen des cd-regals gefischt, und habe tatsächlich wieder freude an dem zeug. das video ist auch toll, ein durchgestylter auftritt wie es sich für ehrliche, handgemachte musik gehört. und die hosen!
"Es mag kurios erscheinen, aber: 1967 galt die Debatte, ob der Bau einer Autobahn eine unheilvolle Verbindung zum Faschismus herstelle oder ob die Demokratie dieser den Teufel austriebe, indem sie sich ihrer bemächtigte, als noch nicht entschieden."
aus dem artikel "freie fahrt für freie bürger" einer telepolis-artikelreihe (link zum ersten artikel) über die großartige britische serie "the prisoner" - hierzulande auch bekannt und vom zdf nur unvollständig einst ausgestrahlt als "nummer 6".
auch sehr schön: die atmosphäre. es wird geraucht. im studio. man sitzt auf sofas um einen tisch voll papier und flaschen und gläsern und (vermutlich mehr als nur) einem aschenbecher in einem schwarzen raum. und so hässlich diese lampen auch sein mögen, sie werden gut eingesetzt zum gestalten das bildes. in einer talkshow. und trotz eines gewissen niveaus ist niemand irritiert ob der bezeichnung des fickens mit eben jenem wort.
rms zuzusehen ist sowieso eine freude.
p.s.: wie 39rosa schon schrob, wird am sonntagabend matthias frings aus seiner schernikau-biografie in dieser stadt lesen.
gestern war das "emancipation for everyone - against homophobia in magdeburg"-festival. podiumsdiskussion und später fünf bands für freunde elektronischer musik.
beim ersten punkt konnten editha beier, die gleichstellungsbeauftragte der stadt, und gudrun fertig, die online-chefredakteurin des u.a. für die siegessäule und dem l-mag verantwortlichen jackwerth-verlages, aus unterschiedlichen perspektiven ihre erfahrungen und ansichten zu dem thema homophobie/umgang mit homosexuellen berichten. einzig der junge, frisch in den stadtrat gewählte fdpler gregor bartelmann war ein wenig farblos.
schade war, dass es bei der diskussion im keller des klubs ziemlich dröhnte, als im darüberliegenden raum das bierbeben seinen soundcheck absolvierte. ging wohl nicht anders...
schön war, auch oder sogar größtenteils andere leute als die für diesen themenkreis üblichen verdächtigen zu sehen.
nun zur musik: den reigen eröffneten die kaoss kids. hab den anfang verpasst. was ich hörte als ich ankam gefiel mir. dieses wir-machen-auf-electro-deichkind ist nicht superoriginell, aber passt. die zuhälterlyrics des folgenden liedes sollten vermutlich ach so ironisch sein, ich fand's scheiße und bin wieder gegangen.
(captain capa sind an mir vorbeigegangen) monotekktoni machte einen schönen lärm, aber als ich endlich warm wurde mit ihrer musik war der auftritt schon wieder vorbei. schade. muss auf jeden fall noch mal in augenschein genommen werden.
brockdorff klang labor werden anscheinend von depeche mode-gutfindern gemocht, coverten aber the smiths, und machen mädchenmusik. auf der bühne standen zwei nerdkarikaturen an allerlei elektronischen instrumenten und eine kreuzung aus lara croft und michael jackson an gitarre & gesang, schön anzusehen und anzuhören.
und dann kam das bierbeben. sah jan müller und konsorten vor einiger zeit schon mal in leipzig, und es war eines der miesesten konzerte die ich je sah. fing viel zu spät an, war viel zu kurz, klang scheiße. aber von konserve liebe ich diese band und wollte ihr live eine zweite chance geben. und die schwelle war niedrig. und es hat sich gelohnt. wenn es auch nicht wesentlich früher anfing ;) . technopunk, nunja. mit techno (behaupte ich mal, als rock-sozialisierter mensch, der techno wenn, dann nur am rande wahrnahm) hatte die musik gestern abend zumeist eine monotone basis gemein, die aber durch ein rockinstrumentarium bereitgestellt wurde. dazu kamen synthie-spielereien und die süße stimme julia wiltons. und es war geil. und frau wilton hat ihren fernseher schon kaputt gemacht.
wenn man uneins darüber ist, welcher film geschaut werden soll, sich einfach mit zigaretten & bier in die küche setzen und sich gegenseitig aus dem zuletzt erworbenen buch (in unserem fall: nietzsche - also sprach zarathustra, gedruckt auf kriegspapier 1918 - wobei mit abhnehmenden bierbeständen die frakturschrift immer mehr zu schaffen machte) vorlesen.
ein sprichwort wie der weihnachtsmann, einer werbung entsprungen, in der bildliche darstellung zur werbung auf straßenbahnen gepriesen wurde. die anzeige sah dann so aus: klick
(hier gibt's die geschichte dazu, dort den wikipedia-artikel)
immer wieder das selbe auf parties, die mit produkten der musikalischen erben der joy division bestritten werden: fragt man den zwischen 19 und 22 jahre alten dj, hat er das nicht (aber zuvor spielte er ein lied, in dem dazu aufgefordert wird, joy division zu wünschen. konsequent, das.)
(als er dann laberte es würde heute indie + rock gespielt, aber eigentlich eher rock als indie und wegen des rock gleich mit dem wunsch der frau neben mir nach ac/dc konfrontiert wurde, war der jung ebenso überfordert.)